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Mit der 13teiligen Konzert Suite HUMAN erinnert Helge Burggrabe an die Erklärung der Menschenrechte vor 75 Jahren. Er spannt dabei einen thematischen Bogen von der Geburt bis zum Tod. Jugendliche werden durch Community Dance Projekte an die Ideen der Menschenrechte herangeführt. Das Buch „Menschlichkeit JETZT!“ von Pierre Stutz, erweitert mit Kalligrafien von Helge Burggrabe, vertieft das Thema. Die Homepage des Human Projekts liefert Hintergründe, aktuelle Termine und man erfährt, wie man das Projekt unterstützen kann.

Neben konzertanten HUMAN Orchester-Aufführungen liegt ein besonderer Projekt-Fokus auf der Interpretation der "HUMAN Suite" im Tanz. Das international bekannte Choreografenpaar Wilfried van Poppel und Amaya Lubeigt (www.de-loopers.eu) entwickelt daher die HUMAN Community Dance-Choreografie und wird dabei ideell vom weltbekannten Choreografen Royston Maldoom (Film „Rhythm is it“) unterstützt.

Als Tänzerinnen sind wir natürlich besonders an den Choreografien interessiert und konnten Amaya Lubeigt und Wilfried van Poppel (DE LooPERS) zu ihrer Arbeit im HUMAN Projekt interviewen.

Amaya und Wilfried
Diese Fragen haben Amaya Lubeigt und Wilfried van Poppel für choretaki schriftlich beantwortet.

Wann entstand die Idee am HUMAN Projekt mitzuarbeiten?

So genau weiß ich es nicht mehr, aber es muss Ende 2018/Anfang 2019 gewesen sein, dass Helge Burggrabe zu uns nach Hause kam, um das Projekt vorzustellen. Seine Frau und Kinder tanzten bei uns in einem Community Dance Projekt, so dass er schon Produktionen von uns gesehen hatte. Helge erzählte uns von dem Projekt und die Ideen, die er dazu hatte. Es klang sehr interessant und würde sich sehr gut an unsere Community Dance Projekte anschließen.

Gibt es eine fixe Choreografie oder entwickelt jede Tanzgruppe ihre eigene Choreografie?

Wir kreieren eine Art von Rahmen für die Choreografie. Innerhalb dieses Rahmens kann man schon sagen, dass die Struktur der Choreografie fix ist. Einerseits wird es festgelegte Bewegungsabläufe geben, anderseits werden wir zu bestimmten Teilen Aufgaben stellen, damit die Teilnehmenden ihre eigene Auseinandersetzung mit einem Thema tanzen können. Es ist uns wichtig, dass alle an den Projekten teilnehmenden – wo immer auf der Welt sie stattfinden –, Teile der Choreografie lernen, die überall gleich sind. Auf diese Art und Weise ist man dann mit dem HUMAN Projekt verbunden. Das heißt: die Musik und auch mehrere Teile der Choreografie werden überall die gleichen sein und auf diese Weise teilt man die Musik und Choreografie miteinander. So könnte man auch über das Internet verschiedene Projekte in unterschiedlichen Ländern zusammen tanzen lassen.

Was ist Dir besonders wichtig, wenn HUMAN z. B. an einer Schule erarbeitet werden soll?

Bei HUMAN ist es ist wichtig, dass man ernsthaft mit Leidenschaft, Freude, Lust, Verantwortung, Respekt, Sensibilität und Offenheit dem Projekt - sich und anderen gegenüber - an dem Projekt mitarbeitet. Während eines Projektes wird man mit Menschen zusammenarbeiten, mit denen man bisher wenig Kontakt hatte, also muss man offen sein füreinander. Jede/r befindet sich in der gleichen Situation und das macht ein Projekt so interessant und spannend.

Worauf müssen die Trainer und Trainerinnen achten?

Das wichtigste ist, dass man eine positive und vertrauensvolle Atmosphäre schafft, in der jede/r wachsen und Neues entdecken kann, ohne Angst. Es ist wichtig, dass jede/r seinen eigenen Platz im Projekt finden kann.

Gibt es Workshops bei denen Trainer und Trainerinnen die Choreografien erarbeiten?

Ja, wir planen einige Workshops. Während dieser Workshops wird man unsere Art und Weise zu arbeiten kennenlernen. Dabei soll dann auch die Choreografie erarbeitet werden, damit die Teilnehmer das Rahmenwerk der Choreografie lernen.

Auf YouTube kann man bereits erste Impressionen der Choreografie sehen. Was hat Dich an der Arbeit mit den Jugendlichen besonders beeindruckt?

Wir arbeiten sehr viel und schon seit vielen Jahren mit Jugendlichen. Bei jedem Projekt begegnet man den verschiedensten Situationen. Von Jugendlichen, die sehr viel Lust haben mitzutanzen bis zu Jugendlichen, die überhaupt keinen Bock darauf haben. Die Aufgabe ist dann, alle Nasen in die gleiche Richtung zu kriegen. Was uns dann besonders beeindruckt ist, dass die meisten Jugendlichen die Masken fallen lassen, dass sie ganz sie selbst sind.

Gibt es ein Lieblingsstück?

Nein nicht direkt. Jedes Stück hat seine eigene Qualität.

Welche Gedanken oder Ideen möchtest Du jemandem mitgeben, der gerne ein lokales HUMAN Projekt realisieren möchte?

Es gibt verschiedene Arten sich an dem HUMAN Projekt zu beteiligen. Ob man jetzt eine Tanzschule hat, Lehrer einer Schule ist oder auf irgendeine andere Art eine Zusammenarbeit mit uns haben möchte, es gibt verschieden Zugänge. Einfach an das zentrale Projekt Büro schreiben oder auf der Website fündig werden. https://www.human-project.net/  Email: contact@human-project.net

Was wünscht Du Dir für die Zukunft von HUMAN?

Wir hoffen, dass die Botschaft, dass wir alle in erster Instanz Menschen/HUMAN sind und dass diese Menschlichkeit das ist, was uns alle verbindet – unabhängig von Religion oder Kultur – bei vielen Menschen ankommen darf!  

Vielen Dank für das Interview!

Mehr über die Arbeit der beiden gibt es auf ihrer Webseite.