Naussa

Karneval heißt im Griechischen >Apokriá<, das sich von >apokreos< ableitet, das wiederum "Abstinenz von Fleisch" bedeutet, denn nach Karneval beginnt die Fastenzeit.

Der Karneval hat seine Wurzel im antiken Griechenland und ist mit der Verehrung für Dionysos, dem Gott des Weines und der rauschenden Feste, verbunden.

Drei Wochen vor dem Rosenmontag beginnt die Karnevalszeit, das sogenannte Triodiο, das soviel wie „drei Oden“ (anstatt neun) bedeutet. Oden sind hymnische Gesänge, die die Grundlage für den Kanon in der Liturgie der orthodoxen Kirchen bilden.

In diesen drei Wochen kann man das Feiern noch einmal richtig genießen, denn in der darauf folgenden vierzigtägigen Fastenzeit bis Ostern, das nach dem Julianischen Kalender berechnet wird, sind von der orthodoxen Kirche keine Festlichkeiten erlaubt.

Der erste und zweite Sonntag sind Fleischsonntage (Kreofagu) und der dritte der Käsesonntag (Tyrofagu) .

In seine heiße Phase startet der griechische Karneval dann am Donnerstag, dem sogenannten Tsiknopémpti, vor dem Karnevalssonntag (Kiriakí tis Apokriás).

Während man im Norden mit Ziegenfellen und Glocken von Haus zu Haus zieht und den Menschen ein gutes Jahr und eine gute Ernte wünscht, steigen die wahren Feste auf der Peloponnes.

In Patras feiert man den legendären "Weißen Ball". Auf einmal scheinen alle Prinzipien einer jahrhundertealten Tradition vergessen: Narrenfreiheit macht sich breit, auch unter Frauen. Von Kopf bis Fuß in schwarze Gewänder gehüllt, ziehen sie in Gruppen durch die Straßen und träumen von Freiheit und Gleichheit. Das Karnevalsfest von Patras dauert vier Wochen und endet am Rosenmontag, dem "Reinen Montag". Von nun an beginnt die Zeit der inneren und äußeren Reinigung. Ein ebenso schöner Brauch dieses Tages ist das Steigenlassen von Drachen im gesamten Land.

Hier sind einige Bräuche, die aus unterschiedlichen Regionen stammen:

Tsiknopempti

Dieser Donnerstag, der 11 Tage vor dem "Reinen Montag" statt findet, wird auch "Grilldonnerstag" genannt. An diesem Tag wird überall Fleisch gegrillt. Viele Bauern schlachten in dieser Woche ihre Tiere und stellen Fleischprodukte für den Grilldonnerstag her. Es ist ein Tag der Freude, aber auch die Vorbereitung auf die vierzigtägige Fastenzeit der orthodoxen Christen.

Bourboulia

Dieser Brauch aus Patras stammt aus dem 19. Jahrhundert. 
Frauen tragen schwarze Gewänder und Masken und gehen auf das Fest.
Damals war es Frauen nicht gestattet Karnevalsfeste zu besuchen. Maskiert hatten sie die Gelegenheit daran teil zu nehmen.

Naussa - Bules und Jenitsari

Dieser Brauch stammt aus der Zeit der Besetzung durch die Osmanen.
Die Griechen verkleideten sich, um unerkannt an den Karnevalsfesten teil zu nehmen.

Naussa

Xanthi – Der Tzaros wird verbrannt.

Der Tzaros ist eine menschliche Figur, die verbrannt wird. Das soll einen Sommer ohne Flöhe bringen.

Kozani

In Kozani werden auf öffentlichen Plätzen Feuer angezündet, um die sich ein großer Tanzkreis bildet.

Skyros

Das Karnevalsfest auf der Sporadeninsel Skyros ist in ganz Griechenland berühmt. Es geht auf die Geschichte eines Hirten zurück, der in einem Schneesturm und unerwarteten Kälteeinbruch seine gesamte Herde verlor. Halb wahnsinnig vor Trauer zog der Jéros, der Alte, seinen Tieren das Fell ab, hängte sich ihre Glocken um und kehrte so in den Ort zurück. Zu seinem Gedenken schmücken sich seitdem die Männer der Insel alljährlich mit Fellen, Glocken und Masken, um den "Kampf der Jéri" aufzuführen. Nach der Kleiderordnung ist der Jéros von der Taille abwärts Hirte, von der Taille aufwärts dagegen Ziege.

Am Rosenmontag versammeln sich die Inselbewohner in den Straßen, tanzen, brüllen und kämpfen miteinander und lassen ihre bis zu 40 Kilogramm schweren Glocken erklingen.

Vielen Dank an Mieneke van der Jagt für die Bilder vom Karneval in Naussa.