Tanz zu Dir Selbst - Mut zum eigenen (Tanz-)Stil

Tanz zu Dir Selbst ist aus meiner langjährigen Beschäftigung mit Ägyptischem Tanz, meiner Arbeit als Tanztherapeutin und meiner inzwischen über 20jährigen Erfahrung in der Leitung von Frauen-Bewegungs-Gruppen entstanden. Die Methode verbindet die Tiefe, Intensität und Vielfalt von Musik und Tanz in Ägypten mit Methoden aus der Tanztherapie, meditativem Tanz und Trance-Tanz-Elementen.

Bewegungsqualitäten

Ausdruck und Technik fördern verschiedene (Bewegungs-)Qualitäten, wie z.B. ein sicheres, würdevolles Auftreten, in Fühlkontakt mit sich selbst sein, Hingabe oder die Fähigkeit, ganz bei sich zu bleiben und doch offen zu sein.

Das führt die Teilnehmenden in einen achtsamen, lebendigen Prozess mit dem Ziel, Verhaltensmuster zu erkennen, Vorhandenes als Ressource zu sehen, einen liebevollen Blick auf sich Selbst zu entwickeln und dadurch Zugang zu Lebensfluss und Lebensfreude zu finden.

Frauentanz

Tanz zu Dir Selbst spricht natürlich in erster Linie Frauen an, die an Ägyptischem Tanz und seinen Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung interessiert sind, will aber auch allen TänzerInnen aller Richtungen Mut machen, Ihren Tanz einmal aus einer anderen Perspektive betrachten: Wie kann ich selbst-bewusst meinen Stil finden?

Tanz & Entwicklung

Das Erlernen einer Tanztechnik stellt uns immer wieder vor neue körperliche und psychische Herausforderungen. Eine bestimmte Bewegung oder Schrittfolge will einfach nicht gelingen, die einstudierte Choreographie fühlt sich leer an, die Angst Fehler zu machen behindert uns und so weiter.

Gleichzeitig begeben wir uns so aber Schritt für Schritt auf eine Reise zu unseren persönlichen Themen. Tanztherapeutische Methoden können diese Reise unterstützen und zu einer Quelle von Entwicklung und Lebensfreude machen. Tanztraining gehört ebenso dazu wie ein behutsames Bewusstwerden von hinderlichen Einstellungen und Lebensthemen mit dem Ziel Ressourcen zu erkennen und in Vermeidung gebundene Energie frei werden zu lassen.

Wir beginnen mit den ganz persönlichen Bewegungsvorlieben, erkennen also z.B. welcher Rhythmus uns liegt, ob wir uns lieber mit viel oder wenig Spannung bewegen oder wie unser Kontakt zu anderen TänzerInnen ist. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wenden wir uns wieder der Tanztechnik, dem Tanztraining zu und erkennen, welche Bewegungsqualitäten uns vertraut sind und welche uns eher fremd und somit unser Entwicklungspotenzial sind.

Tanz mit den Schatten

Sich auf diese Weise mit dem Tanz zu beschäftigen erfordert ein besonderes Einlassen auf die Musik, den Tanz, die typischen Bewegungen und die eigene Resonanz darauf. Emotionen wollen wahrgenommen werden, gegensätzliche Energien bahnen sich möglicherweise ihren Weg. Durch bewusstes Wahrnehmen dieser Stimmungen erreichen wir damit eine klarere Tanztechnik und größere Präsenz. Das stärkt unsere Fähigkeit zu Improvisieren und ermöglicht uns mit bisher unbekannten Aspekten unseres Seins in Kontakt zu treten.

Die Integration dieser Schattenseiten (nach C.G. Jung) hat eine heilende Wirkung auf alle Lebensbereiche. Dir selber näher zu kommen und Dich besser zu spüren hilft Dir, Deine Selbstliebe zu vertiefen und führt letztendlich zu mehr Lebensfreude, Lebendigkeit und Lebensqualität.

Achtsamkeit und Akzeptanz

Wenn wir von Integration der Polaritäten sprechen, meinen wir ein Auflösen des Entweder/Oder Prinzips. Ein Loslassen der Bewertungen, Vergleiche und Zuordnungen zu Gut / Schlecht, Richtig / Falsch etc. Wir versuchen uns nicht „auf die richtige Seite“ zu schlagen, sondern alles, was wir in uns entdecken, anzunehmen. So brauchen wir unsere Schattenseiten nicht zu bekämpfen – weder durch Projektionen im Außen noch in uns selbst. Und entwickeln uns dabei zu Ganzheit.

Gerade in Bewegung wird das deutlich sichtbar. Keine Bewegung ist ohne ihre Gegenbewegung möglich, zur ihrer Ausführung ist immer das Zusammenspiel gegensätzlich wirkender Muskeln nötig. Der Agonist führt die Bewegung aus während der Antagonist gedehnt wird und umgekehrt.

Mut zur eigenen Bewegung

Übungen zu Entspannung und Loslassen sind dabei hilfreich. Mut zum ersten Schritt, zur eigenen Bewegung, vor allem aber auch der Mut zum „Fehltritt“ wird gefördert. Das kann positive Auswirkungen auf eine eventuell vorhandene perfektionistische Einstellung haben und einen gelasseneren Umgang mit den Themen Leistung und Konkurrenz fördern. Fehler können so als Lerngelegenheit erkannt werden.

Mit der Zeit gelingt es immer besser, das Gelernte in den Alltag mitzunehmen. Wir lernen uns immer authentischer auszudrücken, in Bewegung und verbal. Ungeliebte und abgelehnte Anteile unserer Persönlichkeit werden bewusster und wir lernen es, uns auch diesen Anteilen liebevoll zu zu wenden.  Unser Verhalten und unsere Wahrnehmungen stimmen immer öfter überein, der Köper wird wahrgenommen wie er ist, wir werden uns unserer verschiedenen Persönlichkeitsanteile bewusst und haben eine immer größere Wahlfreiheit in unseren Handlungen. Wir beginnen bewusst neue Verhaltensmöglichkeiten auszuprobieren und einzuüben.

Mehr über Tanz zu Dir Selbst und eine entsprechende Fortbildung für Gruppenleiterinnen gibts hier zu lesen:

https://astrid-pinter.at/fortbildung

Die Fotos sind während eines langen Tanzwochenendes zu Pfingsten 2015 in der Südsteiermark entstanden und wurden gemacht von Karen Rike Greiderer.