Interview Helena Pauli

Folgende Interviewfragen von choretaki habe ich schriftlich beantwortet:

1. Stelle dich bitte vor:

Mein Name ist Helena Pauli, ich wurde in Kasachstan geboren und bin seit 1990 in Deutschland. Hier wohne ich in Waghäusel bei Karlsruhe. Mein „Brotberuf“ ist Tänzerin. Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Töchter und zwei Enkelinnen, die mir viel Freude bereiten.

Ich sage immer, ich kann eigentlich nichts Anderes als tanzen, aber tanzen kann ich. Nun, das stimmt natürlich nicht ganz. In den Jahren, in denen ich in Deutschland bin, habe ich auch entdeckt, wie viel Freude es mir macht, den russischen Tanz weiterzugeben an Menschen, die sich dafür interessieren.

2. Wo liegt dein tänzerischer Hintergrund?

Mit 6 Jahren trat ich in die staatliche Tanzschule für Ballett-, Folklore-, und Bühnentanz in Balchasch ein und debütierte mit 9 Jahren als Solotänzerin im sowjetischen Fernsehen. Nach meinem Schulabschluss tanzte ich als Bühnentänzerin beim Lied- und Tanzensemble des Innenministeriums der Kasachischen SSR in der Hauptstadt Almaty.

Meine berufliche Laufbahn führte mich jedoch schon bald nach Russland, in die Stadt Nowosibirsk, wo ich beim Ballett des Staatlichen Russischen Sibirischen Chors als Bühnentänzerin tätig war. Hier erhielt ich auf Tourneen die Gelegenheit, Sibirien und auch das westliche Ausland zu bereisen. Es folgten weitere Staatsensembles der damaligen Sowjetunion.

3. Was ist dein aktueller, thematischer Tanzschwerpunkt?

Mein thematischer Tanzschwerpunkt liegt natürlich auf russischen Tänzen. Da es zu Zeiten meiner Bühnentätigkeit aber noch die Sowjetunion gab, kenne ich mich auch mit Tänzen aus Russlands Nachbarländern aus, z.B. der Ukraine, Weißrussland, Moldawien, aber auch Tadschikistan, Kasachstan usw.

4. Für wen und wo (Region) bietest du deine Kurse an?

Regelmäßige Kurse biete ich in meinem Wohnort Waghäusel an, für Kinder und Erwachsene. Dort leite ich auch ein Auftrittsensemble für russischen Tanz.

Zusammen mit meinem Mann Rudi, der die Gruppen auf dem Knopfakkordeon begleitet, gebe ich Wochenendworkshops in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wenn uns jemand einlädt und wir es möglich machen können, kommen wir gerne, weil wir uns über das Interesse am russischen Tanz freuen. Wer mehr wissen will, schaut einfach auf meine Webseite oder kontaktiert mich direkt.

5. Welche Träume, Wünsche, Visionen hast du in Bezug auf den Tanz?

Was soll ich da sagen? Ich freue mich so sehr, wenn Menschen sich im Tanz öffnen und ganz langsam mehr aus sich herausgehen. Wenn ich Freude auf den Gesichtern sehe. Wenn die Menschen berührt sind vom Tanzen oder sogar nur vom Zuschauen. Vielleicht sollte ich mir wünschen, dass diese feinen Qualitäten in unserer Gesellschaft mehr wertgeschätzt würden.

6. Gibt es ein Motto oder Spruch , der für dich wichtig ist?

Ich mag den Spruch: Niemand kann mir nehmen, was ich getanzt habe.

7. Was ist deine nächste Tanzveranstaltung?

Tanzwochenende Russische Tänze von 14-16. Juli 2017 in Passau.