Was bewegt mich? Was bewegt dich? Was bewegt uns?

Zu meiner Person

Martin Scheiwiller

Ich wurde 1977 geboren und bin im Zürcher Oberland in der Schweiz aufgewachsen. Früh entdeckte ich meine Leidenschaft für den Tanz und war während meiner Kindheit und Jungendzeit ein begeisterter Balletttänzer. Mit 12 lernte ich den Kreistanz kennen – meine Mutter Vreni Scheiwiller-Hafen und meine Tante Heidi Hafen waren beide in Ausbildung bei Friedel Kloke-Eibl – was mir die Möglichkeit gab, viel und regelmässig zu tanzen. Neue Welten eröffneten sich mir als erstes über die Musik: Tänze aus aller Welt wie auch Choreografien von Nanni Kloke, Wilma Vesseur und Shura Lipovsky begleiteten mich durch meine Teenagerzeit. Wichtig waren mir auch die Erlebnisse von Gemeinschaft im Tanzkreis – als Jugendlicher unbewusst, doch prägend und richtungsweisend für meine Zukunft.

Aus diesen Impulsen heraus studierte ich zwei Jahre an einer Tanzakademie in Holland, in den Hauptfächern Internationaler Tanz und Ausdruckstanz. Diese Welt des Tanzes öffnete neue Möglichkeiten: Zurück in der Schweiz tanzte ich in Bühnenprojekten der Zürcher Tanztheater Company sans filtre unter der Leitung von Violetta Spataro. Ich hatte verschiedene Performanceprojekte mit der Sopranistin Sela Bieri, auch immer wieder im kirchlichen Rahmen, auf der Suche nach Formen für Spiritualität und Bewegung. Gemeinsam mit Sela Bieri realisierte ich auch das Stabat Mater Projekt, eine Andacht mit Musik und Tanz. Die Grundlage für dieses Projekt war mein Choreografie-Zyklus zur Musik von Pergolesi, welcher mit Profimusikerinnen und Laientänzerinnen in verschiedenen Kirchenräumen der Schweiz zur Aufführung kam.

Die spirituellen Aspekte in der Bewegung wurden mir immer wichtiger und ich unterrichtete regelmässig meine eigenen Choreografien in Kursen in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.

Auf meinem Tanzweg bilde ich mich regelmässig weiter und vertiefe so verschiedene Bereiche und Themen der Bewegung: Im Bereich Kreistanz und Improvisation war die intensive Zeit mit Wilma Vesseur und ihrer Arbeit inspirierend, als Teilnehmer an ihren Kursen und auch in gemeinsamen Performance-Projekten als Cie. Nü.

Mit dem Wunsch die Anatomie zu vertiefen und bewegt umsetzen zu können besuchte ich die dreijährige Ausbildung zum Bewegungspädagogen der Franklin Methode®. Lebendige Anatomie und Imagination sind die beiden Grundsteine dieser Arbeit und ermöglichen auf spielerische Art ein vertiefendes Üben und Erleben der Bewegung und des Körpers.

Inspiriert von einem persönlichen Erlebnis mit der Heileurythmie und auf der Suche nach therapeutischen Arbeitsmöglichkeiten habe ich mich 2010 für ein vierjähriges Vollzeitstudium der Eurythmie entschlossen – erst im London College of Eurythmy und für das Abschlussjahr am Eurythmeum in Stuttgart (Bachelor of Arts Eurythmie). Die Ausbildung zum Eurythmie-Therapeuten erfolgte an der Heileurythmie-Ausbildung am Goetheanum in Dornach. Seit meinem Abschluss im Jahr 2016 arbeite ich therapeutisch in meiner eigenen Praxis in St. Gallen.

 

Und wie verbindet sich diese Vielheit? Das Interesse an Bewegung und am Menschen ist die Grundlage für meine Arbeit in allen Bereichen. Sie inspirieren und nähren sich gegenseitig auf verschiedenen Ebenen. Den Menschen - und so auch mich selber - differenziert wahrnehmen zu können ist ein wesentlicher Kern auf meinem Weg.

 

Eurythmie Form

Foto: Eurythmie Form

 

 

 

Zu meinen Kursen

 

Die stillen und die bewegten Kreistänze geben den Raum, sich nach innen und nach aussen zu verbinden. Die sich wiederholenden Bewegungen ermöglichen ein vertieftes und achtsames Erleben von Formen und Symbolen und laden ein, ganz im Jetzt anwesend zu sein. Die im Kreis getanzten Choreografien sind gestaltete Musik und gestalteter Inhalt, sind bewegte Mandalas, sind Urformen im Körper und im Raum. Tanzend verbinden wir Traditionen aus alten Kulturen mit der heutigen Zeit und richten den Impuls weiter in die Zukunft.“

Martin Scheiwiller

 

Ein wichtiger Bewegungsimpuls ist mir immer wieder die Musik. Musik nimmt den Hörenden mit in verschiedene Welten – in vertraute, innige und freudige, in unbekannte, bewegende und berührende. Als Tänzer ist diese Vielseitigkeit der Musik eine meiner Quellen, diese Stimmungen in Bewegung zu bringen, tanzend im Kreis, choreografisch im Kanon oder als Formen im Raum.

Die Tänze werden so zur Begegnung mit den Anderen, zur Begegnung mit dem Raum um dich herum, zur Begegnung mit dir selber.

Im Vordergrund meiner Kurse steht für mich die Bewegungsfreude, die Verbindung von Bewusstsein und Bewegung und Achtsamkeit für das Miteinander.

In meinem Programm sind Themenkurse zum Stabat Mater von G.B. Pergolesi und zum Magnificat von J.S. Bach. In diesen beiden Tanzzyklen zu klassischer Musik ist das Hören und Tanzen zentral, es wird auch Inhaltliches thematisiert und vertieft. Unter dem Titel Stimmen der Welt unterrichte ich seit ein paar Jahren meine Choreografien zu Musik aus verschiedenen Klangwelten und Ländern, wobei ich mit Freude immer wieder Stücke von Künstlern einbeziehe, welche Musik aus ihrer Kultur neu interpretieren.

In meinen Intensivkursen gebe ich Einblick in meine Arbeit und verbinde das Tanzerleben im Kreis mit Impulsen aus der Franklin Methode® und der Eurythmie und ermögliche so den KreistänzerInnen, sich davon inspirieren zu lassen. Manchmal ist ein Blick aus einer anderen, neuen Richtung das, was im vertrauten Gebiet einen Bewegungsimpuls gibt!

 

Vöge

 

Text und Fotos © Martin Scheiwiller

Anmerkung der Redaktion:
Live erleben kannst du Martin im Seminar 'Stimmen der Welt' von 5.- 7. Juli im Bildungshaus Schloss Großrußbach Nähe Wien sowie am 28./29. Juni im Bildungszentrum Singen/ Landkreis Konstanz mit der Umsetzung des Friedensthemas 'Et in terra pax' zu Musik von Vivaldi. Eine lebendige Begegnung von jüdischer Mystik und Anthroposophie verspricht die Zusammenarbeit mit Shura Lipovsky im Seminar 'Lebensbaum - Eurythmie, Gesang und Tanz'  von 18.- 21. Juli im Tagungshaus Rügel in der Schweiz.

weitere Termine unter: www.bewegungsimpuls.ch